Die Schärer & Schläpfer AG investiert in eine neue Sereponanlage. Was verspricht sie sich davon, was bedeutet das für die Kunden und was überhaupt ist Serepon, auch Türkischrotöl genannt? In loser Folge wollen wir diesen und weiteren Fragen nachgehen. In Teil vier präsentieren wir Ihnen die neue Anlage und erklären, was darin passiert.

Sulfoniertes Rizinusöl, besser bekannt als Türkischrotöl, wird im aargauischen Rothrist heute noch in grösseren Mengen produziert und unter dem Markennamen Serepon verkauft. Da die Produktionsanlage in die Jahre gekommen ist, wird sie nun durch eine neue, topmoderne Anlage ersetzt. Darin wird künftig Rizinusöl 1. Pressung sulfoniert, das heisst zusammen mit konzentrierter, wasserfreier Schwefelsäure verrührt. Je nach Parameter sind eine Vielzahl von Reaktionen und Produkten möglich – unter anderem eben Türkischrotöl.

Herstellungsverfahren

«Chemie und Herstellverfahren des sulfonierten Rizinusöls funktionieren zwar noch gleich wie eh und je», erklärt Roland Borner, Leiter Entwicklung der Schärer & Schläpfer AG. «Aber jede neue Generation von Anlage bietet Vorteile.» So wurde zu Beginn – schon im Gründerjahr 1947 stellte die Firma Serepon her – noch von Hand geheizt und gekühlt: Mit Regelventilen sorgten die Chemikanten dafür, dass die Temperatur «einigermassen passt». 

Im Vergleich zu damals ist die derzeit betriebene Anlage zwar modern. Aber die beiden einfachen, rostfreien Stahl-Monoreaktoren mit Volumen von 1500 und 3000 Litern sind rund 30 Jahre alt. «Die sind durch», sagt Borner. «Die Anlage ist viel gebraucht worden und hat ihr natürliches Ende erreicht.» Deshalb wurde die Anlage nun durch zwei neue Email-Mehrzweckreaktoren mit Volumen von 3200 und 5000 Litern Inhalt ersetzt, in denen unter anderem auch Rizinusöl sulfoniert werden wird.

«Die Anlage entspricht dem ‘state of the art’, insbesondere was Steuerung und Technologie betrifft. Für die Mitarbeiter wird es einfacher, da die Abläufe höher automatisiert sind als bisher.»

Das komme auch den Kunden zugute. Denn die korrekte, präzise Temperaturführung ist mit entscheidend für die Qualität des Produkts. Wichtig ist auch die Qualität der Edukte, insbesondere des Rizinusöls. Die Schärer & Schläpfer AG verwendet ausschliesslich Öl der 1. Pressung. 
 

Apropos Qualität

Die sulfonierten Fettsäuren gelten als die wirkungsvollsten Bestandteile des Türkischrotöls; ihr Gehalt dient zur Unterscheidung der einzelnen Qualitäten. Standard sind 50, 70 und 100% Türkischrotöl. Andere Konzentrationen sind auf Anfrage erhältlich.

Gut zu wissen

So wie es aus dem Kessel kommt, ist das Türkischrotöl «100% handelsüblich». Das entspricht einer Mischung aus 80% Türkischrotöl und 20% Wasser. 50% handelsübliches Türkischrotöl enthält demnach 40% reines Türkischrotöl etcetera. Das ist nicht etwa eine Eigenart der Schärer & Schläpfer AG, sondern gilt allgemein. «Das ist schon sehr speziell», meint Borner. «Das sieht man so bei keinem anderen Produkt.» 

Weitere spannende Fakten zum Türkischrotöl erfahren Sie in den vorhergehenden Blogbeiträgen. Für vertiefte Informationen und bei Kaufinteresse wenden Sie sich gerne an: info@schaerer-surfactants.com.